Gerd Hennen

Junges Instrument mit vielen Falten

Quelle: Grenz-Echo

 

Seit über 45 Jahren besteht das Akkordeonorchester „Accordiola“ bereits und beschert den Freunden der Musik immer wieder kurzweilige Momente. Am vergangenen Sonntag luden die Verantwortlichen um Präsident Alex Hansen ins St.Vither Triangel ein um zusammen mit musikalischen Kollegen aus der Euregio dieses kleine Jubiläum gebührend zu feiern.
 
 
Eigentlich zählt das Akkordeon im Bereich der Musikensembles zu den absoluten Exoten, doch der bis auf den letzten Stehplatz ausverkaufte Triangel-Saal verdeutlichte, dass der gute alte „Quetschbeutel“ bei Musikliebhabern mehr und mehr geschätzt wird.
Dies belegen auch die Statistiken der Musikakademie der DG, wo das Fach Akkordeon bereits seit mehreren Jahren erfolgreich unterrichtet wird. Derzeit zählt das von Joseph Schür seinerzeit ins Leben gerufene Ensemble 17 Mitglieder, die in den Registern Klavier, Bass und Schlagzeug unterteilt sind. Accordiola St.Vith wird seit Ende 2015 von Vincent Dujardin geleitet, der an der Musikakademie Malmedy den Direktorenposten bekleidet und zudem als musikalischer Leiter des Kgl. Musikvereins „Echo de la Warche“ Malmedy fungiert. Das Matineekonzert wurde vom Jubelverein selbst eingeläutet, wobei die Musikverantwortlichen großen Wert auf musikalische Vielfalt und facettenreiche Stile legten.
Mit der schottischen Ballade „You raise me up“ begann eine abwechslungsreiche musikalische Weltreise, die mit dem swingigen „Sway“ von Pablo Ruiz einen Abstecher in Südamerika einlegte.
 
Das Allegretto aus Karl Jenkins „Palladio“ erwies sich anschließend als eine besondere musikalische Reverenz an den berühmten mittelalterlichen Architekten Andrea Palladio, bei der die Akkordeons den sonst üblichen Part der Streicher übernahmen. Einfühlsam und melancholisch setzten die Accordiola-Musiker ihre Reise mit dem Werk „Danzon Nr.2“ des zeitgenössischen mexikanischen Komponisten Arturo Marquez fort, bevor mit dem „Girl von Ipanema“ von Antonio Carlos Jobim einer der wohl bekanntesten Bossa-Nova folgte und regelrecht die Tanzbeine der Zuhörer zucken ließ. Für Freunde der Volksmusik hatten die St.Vither Akkordeonisten derweil den wunderbaren „Böhmischen Traum“ von Norbert Gälle mit ins Repertoire aufgenommen, bevor schließlich der Hollywood-Filmfabrik mit einem interessanten Zusammenschnitt der „Pirates of the Caribbean“ von Klaus Badelt und Hans Zimmer ein musikalischer Ehrenplatz eingeräumt wurde. Filmsequenzen auf der Riesenleinwand wussten hierbei die musikalischen Darbietungen perfekt zu untermalen.
 
Nach der obligaten Zugabe „Hulapalu“ betrat das Vokalensemble „Cantabile“, das unter der Stabführung von Gerhard Sporcken steht, die Konzertbühne. Die Sängerinnen und Sänger aus dem Norden Ostbelgiens überzeugten gesanglich auf der ganzen Linie und unterstrichen hierdurch ihr Prädikat der „Exzellenzklasse“. „Ubi Caritas“, „Northern Lights“, „May Day“, „Water Night“, „Musiciens qui chantez“, „A Boy and a Girl“, „Le chant des Oiseaux“ sowie „Italian Salad“ wussten hierbei das Publikum vor dem gemeinsamen Mittagessen zu überzeugen. Am frühen Nachmittag gaben die Akkordeonfreunde „Frohe Klänge“ Idesheim-Ittel-Hofweiler im Triangel-Saal ihr musikalisches Stelldichein. Unter der Leitung von Alexander Konrad interpretierte das dynamische Ensemble mit den Werken „Wir grüßen mit Musik“, „Crossline“, „Frankieboy Forever“, „Comedian Harmonists in Concert“, „Samba Negra“, „La Petite Valse“ und „Concerto d’Amore“ kurzweilige Unterhaltungsmusik der Extraklasse. Ein gelungener Konzerttag, bei dem alle Freunde des Gesangs und der Akkordeonmusik voll auf ihre Kosten kamen. Mit dieser Dynamik blickt das St.Vither Orchester sicherlich in eine mehr als rosige Zukunft, zumal Präsident Alex Hansen in seiner Ansprache von jungen, motivierten Nachwuchskräften berichtete, die auf dem Sprung ins große Ensemble seien.
 
Andrea Gallo wurde für Ihren Einsatz geehrt.
 
Accordiola nutzte die Gelegenheit des Jubiläumskonzerts ebenfalls zur Ehrung eines verdienstvollen Mitglieds. Andrea Gallo ist seit über 25 Jahren aktive Musikerin und bekleidet seit nunmehr über 15 Jahren bereits das Amt der Kassiererin. „Dieses Engagement muss gewürdigt werden, da es in unserer heutigen, schnelllebigen Gesellschaft nicht mehr selbstverständlich ist. Was würden unsere Vereine denn ohne dieses Maß an Ehrenamtlichkeit machen?“, bemerkte Födekam-Präsident Horst Bielen in seiner Laudatio. Musik sei eine Weltsprache, die von jedem Menschen auf dem Globus verstanden werde und daher auch Brücken zwischen verhärteten Fronten schlagen könne, so der Födekam-Präsident abschließend.
 
 
 
 

Herbstkonzert mit neuem Mann am Pult

Quelle: Grenz-Echo 

Vincent Dujardin meisterte Feuertaufe bravourös

Am Samstag 22. Oktober 2016 war es wieder soweit, das Accordiolaorchester lud zum Herbstkonzert in Marly’s herbstlich geschmückten Saal nach Rodt ein. Für das begeisterte Publikum bot sich ein abwechslungsreicher toller Musikabend, dargeboten von den organisierenden Akkordeonisten, dem gemischten Kgl. Chor Sainte Cécile Ligneunville und dem Instrumentalensemble Accor‘danse, das mit ihrer traditionellen, folkloristischen Musik auch zum Tanzen aufforderte.

In seiner zweisprachigen Begrüßungsansprache stellte Präsident Alex Hansen neben den Auftretenden die, wie er sagte, wichtigste Person des Abends vor. Vincent Dujardin, der im November 2015 bei der Accordiola den Dirigentenstab übernahm. Denn ohne ihn sei der Abend kaum möglich gewesen. Anschließend führte Schriftführerin Lydia Langer in Deutsch und Französisch durchs Programm und erläuterte die Aufführungen. Mit „Back tot the Sixties“, einem Sechziger Jahre Mix arrangiert von Wolfgang Russ zog die Accordiola gleich alle in ihren Bann.

Weiter ging’s mit „Palladio“, einem klassischen Werk des Walliser Komponisten Sir Karl William Jenkins. Bei „In Dreams“ Teil aus der Herr der Ringe-Filmmusik stellte Accordiola Mitglied Lucien Flandre beim Solopart neben seinen spielerischen auch sein gesangliches Können unter Beweis. Mit einem Symbol der französischen Hauptstadt, „Sous le ciel de Paris“ einer weiteren Filmmusik aus den beginnenden Fünfzigern, die auch von damaligen Größen wie Piaf, Gréco, Montant sowie von den drei Tenören Pavarotti, Domingo, Careras und vielen anderen, wie auch der französischen nouvelle Chanson Sängerin, Zaz interpretiert und veröffentlicht wurden und weiteren Aufführungen, wie der eigens von Dirigent Vincent Dujardin bearbeiteten Phil Collins Komposition „Against all odds„ wo er selbst auch den Solopart am Saxofon übernahm, sowie einem Potpourri der Amerikanischen Rockband Toto, dem Tango Appassionato von Thomas Ott stellte das organisierenden Akkordeonorchester sein vielseitiges Können wieder mal vorzüglich unter Beweis.

Bevor sie den singenden Gästen aus Ligneuville-Pont, deren Leitung in Händen von Martine Médol liegt, die Bühne überließen, brachten beide noch gemeinsam den Song „J’envoie valser“ der französischen Pop-Sängerin Zazie in einer Bearbeitung von Vincent Dujardin zu Gehör.

Nach einem kurzen Umbau auf der Bühne starteten die Sänger(innen) des kgl. Chores „Sainte Cécile“ Ligneuville ihre Gesangsdarbietungen mit dem von Carsten Gerlitz mehrstimmig arrangierten Negro spiritual „Down by the Riverside“ mit Gerard Westphael am Klavier. Ja, Wasser begleitete sie als Thema durch den ganzen Abend. Denn die beiden Orte Ligneuville und Pont, wo die Sänger(innen) beheimatet sind, haben eine besondere Beziehung zum Wasser, sei es durch die Forellen- und Fischzucht oder die Amel, die beide Dörfer in zwei teilt. So handelte auch das folgende Lied “Exodus“ von Pat Boone (französischer Text - Eddy Mornay) in gewisser Weise vom Wasser bzw. von Seemännern die heim wollen. Mit „Belle-île-en-mer“ von Laurent Voulzy und Alain Sochon, der Interpretation „Le complexe de la truite“ der Freres Jacques mit den drei Solisten Jossé Paquay, Monique und Jean-Marie Colette und dem Aznavour Song „Emmenez-moi“ (der von den Träumen eines Dockarbeiters handelt),   der Interpretation von „The River is flowing“ aus der Friedensmesse von Lorenz Maierhofer, dem Edy Mitchell-Song „Couleur menthe à l’eau“ mit Sylvain Piront als Solist und dem abschließenden Negro Spiritual in englischer Sprache „Wade in the water„ (die von der Durchquerung des Roten Meeres von Moses und den Israeliten handelt) blieben sie dem Wasser treu.


Nach einem weiteren Bühnenumbau zur Tanzfläche schloss das Gastensemble Accor’danse den Abend mit traditioneller und Folkloremusik, wobei sie auch zum Tanzen einluden, ab. Unter anderem wussten sie mit „Maclote de Saint-Hubert, dem Waltze 73“ „Planxty Hewlett“ dem „Passepied des neur poyes et mazurka“ und der „Suite de Mr. Wandembrile“ das zahlreiche Publikum zu begeistern. So schloss der erfolgreiche Abend in gemütlicher Runde ab.

 


Herbstkonzert 2015

Quelle : Grenz Echo St.Vith

Unterhaltsam: Vielseitiges, musikalisches Herbstkonzert füllte Marly’s Saal in Rodt (Artikel von Richard Hoffmann)

Accordiola St.Vith setzt auf die Jugend

Am Samstag, dem 24. Oktober 2015, lud das Akkordeon-Orchester Accordiola St.Vith zum diesjährigen Herbstkonzert in Marly‘s Saal nach Rodt ein.Als Gastensemble konnten sie diesmal den St.Vither Kinder- und Jugendchor „Kinder Stimmen“ präsentieren. Mit Liedern wie Lampenfieber oder Simple Song, von Martin Folz, einem Soundtrack aus „Les Choristes“, einem französisch-schweizerischen Kinofilm aus dem Jahr 2004 „Vois sur ton chemin“, oder den Auszügen aus dem Musical „Schlaraffentheater“, wie „Ich will woanders hin“ und „Nimm dein Leben selber in die Hand“ sowie dem Israelischen Volkslied „Hashivenu“ zeigten die Jungs und Mädels ihr Können.

Mit dem von der allseits bekannten Eifler Musikerin Annick Hermann bearbeiteten Song „Cups“ zeigten sie, dass man auch mit unkonventionellen Instrumenten (Plastikbechern) mit rhythmischer Musik begeistern kann.

Nach einigen weiteren Liedern, allesamt frei ohne Text- und Notenblatt interpretiert, beendeten sie ihr Programm mit der vom Publikum gefragten Zugabe, dem allseits bekannten, 1958 von Julius Dixson und Beverly Ross geschriebenen „Lollipop“ Song.

Nach einer kurzen Pause, die zum Bühnenumbau benötigt wurde, betraten die Gastgeber die Bühne und eröffneten ihr Programm mit dem Phantom der Oper, dem sie mit Divertissement Jazz, eine original Akkordeonkomposition von Claude Thomain, folgen ließen. Auch sie boten eine vielseitige musikalische Palette. Diese führte von Klassik, „Concerto“ aus Rondo Veneziano, über Rock, wie dem Queen-Song „Crazy litte thing“ und Pop Whitney Houstons „One Moment in time“, bis zum heutigen Schlager „Atemlos durch die Nacht“, von Helene Fischer und amerikanischer Militärmusik, Stars und Stripes.

Natürlich durften die nunmehr seit vielen Jahren in Rodt beheimateten Akkordeonisten bei ihrem letzten Konzert unter der Leitung von Roland Kransfeld, der sie zum Monatsbeginn verlässt, nicht ohne mehrere Zugaben von der Bühne.

Auch der neue Dirigent ist schon gefunden. Ab Mitte November wird Vincent Dujardin aus Thirimont, der bereits Dirigent des Malmedyer Musikvereins „Echo de la Warche“ sowie stellvertretender Direktor der Musikakademie in Malmedy ist, den Taktstock übernehmen und die Akkordeonisten ins Jubeljahr führen. Denn in 2016 feiert die Accordiola St.Vith ihren 45. Neu-Gründungstag. Diesbezüglich laden sie bereits jetzt schon zum Herbstkonzert am 22. Oktober 2016 in Marly’s Saal nach Rodt ein.

Das Orchester ist für neue Mitglieder stets offen und sucht derzeit insbesondere eine(n) Musiker(in), um das verwaiste Klavier wieder zu bespielen. (hori)